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Yuliana Mendez

Yuliana Mendez

Senior Manager, Capital Projects

Mit der steigenden Nachfrage nach injizierbaren Arzneimitteln, sehen sich Pharmahersteller vor der Herausforderung, ihre Kapazitäten zu erweitern, ohne dabei Abstriche bei Qualität, Flexibilität oder Zuverlässigkeit zu machen. Neue Anlagen müssen so konzipiert sein, dass sie den Anforderungen immer komplexerer Produkte, den sich wandelnden regulatorischen Erwartungen und den Erfordernissen der Produktion im kommerziellen Maßstab gerecht werden.

Hier schildert Yuliana Mendez ihre Sichtweise als Verantwortliche für die Umsetzung einer enormen Erweiterung von Produktionskapazitäten für injizierbare Arzneimittel und erörtert die Faktoren, die zu einer erfolgreichen Anlagenentwicklung, Betriebsbereitschaft und langfristigen Produktionssicherheit beitragen.

Warum gewinnt die Anlagenplanung bei der Herstellung injizierbarer Arzneimittel zunehmend an Bedeutung?

In der Vergangenheit wurden viele pharmazeutische Anlagen auf einen bestimmten Prozess oder ein bestimmtes Produkt ausgerichtet. Heute decken die Hersteller ein weitaus breiteres Spektrum an Therapien, Darreichungsformen und Produktionsmengen ab, was Anlagen erfordert, die sich im Laufe der Zeit an veränderte Anforderungen anpassen können.

Infolgedessen hat sich der Schwerpunkt von der bloßen Schaffung von Produktionsflächen hin zur Entwicklung von Anlagen verlagert, die von Natur aus flexibel, skalierbar und betriebssicher sind. Entscheidungen, die in einer frühen Projektphase getroffen werden, können erhebliche Auswirkungen auf die Produktionseffizienz, die Produktqualität, den Technologietransfer und zukünftige Expansionsmöglichkeiten haben.

Die erfolgreichsten Anlagen sind nicht nur darauf ausgelegt, den unmittelbaren Bedarf zu decken, sondern auch zukünftige Produkte, Technologien und Fertigungsanforderungen zu berücksichtigen.

Was sind die wichtigsten Aspekte, die bei der Planung einer modernen sterilen Produktionsanlage zu berücksichtigen sind?

Flexibilität sollte eines der vorrangigen Ziele sein.

Moderne Produktionsanlagen setzen zunehmend auf getrennte Fertigungsbereiche, spezielle Formulierungsbereiche, flexible Versorgungssysteme und Anlagenlayouts, die verschiedene Fertigungsstrategien unterstützen. Diese Gestaltungsprinzipien ermöglichen es einer Anlage, ein breiteres Produktspektrum abzudecken und gleichzeitig betriebliche Einschränkungen zu minimieren.

Ebenso wichtig ist der Prozessablauf. Personal, Materialien, Ausrüstung und Abfallströme müssen sich effizient durch die Anlage bewegen, wobei die Einhaltung der GMP-Vorschriften und die Kontaminationskontrolle gewährleistet sein müssen. Die effektivsten Anlagen schaffen einen natürlichen Betriebsablauf, der sowohl die Produktivität als auch die Einhaltung der Qualitätsanforderungen stützt.

Warum gelten die Versorgungssysteme oft als Grundlage für den Erfolg einer Einrichtung?

Zwar stehen Abfüllanlagen und Fertigungsanlagen oft im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, doch letztendlich ist es die unterstützende Infrastruktur, die über die Zuverlässigkeit einer Anlage entscheidet.

Die Produktionsleistung hängt von Systemen wie gereinigtem Wasser, Wasser für Injektionszwecke (WFI), Rein-Dampf, HLK, Stromerzeugung, Druckgasen und Kühlsystemen ab. Wenn diese Systeme nicht ordnungsgemäß geplant werden, können sie zu betrieblichen Engpässen führen – ganz gleich, wie fortschrittlich die Produktionsanlagen auch sein mögen.

Unternehmen legen heute großen Wert auf Redundanz, Wartbarkeit und langfristige Zuverlässigkeit. Konzepte wie das N+1-Design, redundante Netzanschlüsse, Notstromsysteme und eine dedizierte Stromverteilung tragen dazu bei, den reibungslosen Betriebsablauf zu sichern und das Risiko von Produktionsausfällen zu verringern.

Wie hat sich der Ansatz der Branche in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit in der Fertigung weiterentwickelt?

Früher wurde Widerstandsfähigkeit oft vor allem unter dem Gesichtspunkt von Qualität und Compliance betrachtet. Heute erstreckt sich dieser Ansatz auf alle Aspekte der Anlagenplanung und des Anlagenbetriebs.

Hersteller müssen berücksichtigen, wie eine Anlage auf Ausfälle der Versorgungsnetze, Wartungsarbeiten, Lieferengpässe, Wetterereignisse und künftige Kapazitätsanforderungen reagieren wird. Echte Ausfallsicherheit erfordert Systeme, die unter den unterschiedlichsten Bedingungen weiterarbeiten können, ohne dass dabei die Produktqualität oder die Produktionspläne beeinträchtigt werden.

Dies hat zu verstärkten Investitionen in redundante Infrastruktur, flexible Fertigungskonfigurationen und Versorgungssysteme geführt, die einen unterbrechungsfreien Betrieb gewährleisten. Dieser wird zunehmend zu einer zentralen Anforderung und ist nicht mehr nur ein Nebenaspekt.

Welche Rolle spielt die Auswahl der Anlagen für die langfristige Produktionsleistung?

Die Auswahl der Anlagen geht weit über die Durchsatzangaben hinaus.

Bei der Bewertung von Abfüll-, Formulierungs-, Gefriertrocknungs- und Hilfsanlagen müssen Unternehmen die Wartbarkeit, Zuverlässigkeit, Bedienbarkeit, Reinigungsanforderungen, Skalierbarkeit und zukünftige Programmflexibilität berücksichtigen. Die langfristige Leistungsfähigkeit einer Produktionslinie wird maßgeblich von der Qualität der ursprünglichen Anforderungskriterien sowie von der Sorgfalt beeinflusst, mit der die Anlagen bewertet und ausgewählt werden.

Erfolgreiche Projekte hängen auch von der Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Operations, Quality, Projektmanagement und Produktion sowie Lieferanten und Endnutzern ab. Die frühzeitige Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven in den Planungsprozess trägt dazu bei, potenzielle Herausforderungen bereits vor Beginn der Anlageninstallation zu erkennen und sicherzustellen, dass die Systeme ihren Zweck erfüllen.

Wie wirken sich Fortschritte in der Fertigungstechnik auf die Anlagenentwicklung aus?

Neue Technologien eröffnen Möglichkeiten, sowohl die operative Effizienz als auch die Flexibilität in der Fertigung zu verbessern.

Hochgeschwindigkeits-Abfüllanlagen auf Basis von Isolatoren, automatisierte Prüftechnologien, integrierte Ausschussmechanismen, fortschrittliche Gefriertrocknungsplattformen und verbesserte Automatisierungsmöglichkeiten ermöglichen es, Produktivität zu steigern und gleichzeitig strenge Anforderungen an die Sterilitätssicherung einzuhalten.

So haben beispielsweise Fortschritte in der Gefriertrocknungstechnologie, darunter Verfahren zur kontrollierten Keimbildung, gezeigt, dass sie das Potenzial haben, die Prozesskonsistenz zu verbessern und zu besser vorhersehbaren Fertigungsergebnissen beizutragen. Ebenso tragen isolatorbasierte Abfülltechnologien weiterhin zur Verbesserung der Kontaminationskontrolle bei und ermöglichen gleichzeitig einen höheren Durchsatz.

Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, sicherzustellen, dass diese Technologien effektiv in die übergreifende Fertigungsstrategie integriert werden und die langfristigen Betriebsziele unterstützen.

Welche Lehren kann die Branche aus so groß angelegten Expansionsprojekten ziehen?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass Geschwindigkeit und Qualität keine gegensätzlichen Ziele sein müssen.

Erfolgreiche Erweiterungsprojekte erfordern eine starke Projektsteuerung, die frühzeitige Einbindung der Beteiligten, eine disziplinierte Umsetzung und eine offene Kommunikation zwischen allen Projektbeteiligten. Immer häufiger setzen Unternehmen agilere Strategien zur Projektdurchführung ein, die es ermöglichen, Planungs-, Beschaffungs-, Bau- und Abnahmeaktivitäten parallel voranzutreiben und gleichzeitig ein angemessenes Risikomanagement zu gewährleisten.

Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit über die Anlage hinaus. Energieversorger, Anlagenhersteller, Baupartner, Aufsichtsbehörden und lokale Gemeinden – sie alle beeinflussen den Projekterfolg. Unternehmen, die frühzeitig in diese Beziehungen investieren, profitieren oft von einer reibungsloseren Umsetzung und weniger Verzögerungen.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Bereich der sterilen Produktionsanlagen im Laufe des nächsten Jahrzehnts entwickeln?

Zukünftige Einrichtungen werden wahrscheinlich flexibler, digitaler und stärker vernetzt sein.

Unternehmen werden sich weiterhin auf modulare Anlagenkonzepte, fortschrittliche Automatisierung, digitales Asset-Management, Strategien zur vorausschauenden Instandhaltung sowie eine Infrastruktur konzentrieren, die zunehmend komplexe Therapien unterstützen kann. Auch das Thema Nachhaltigkeit wird eine größere Rolle spielen, da die Hersteller bestrebt sind, den Energieverbrauch zu senken, die Nutzung von Versorgungsleistungen zu optimieren und die betriebliche Effizienz zu verbessern.

Vor allem aber werden sich zukünftige Anlagen weiterhin an einem zentralen Ziel orientieren: der Schaffung von Produktionsumgebungen, die in der Lage sind, hochwertige Therapien zuverlässig, effizient und in großem Maßstab bereitzustellen.

Da die therapeutische Komplexität weiter zunimmt, wird die Fähigkeit, neue Produktionskapazitäten erfolgreich zu planen, umzusetzen und in Betrieb zu nehmen, zu einem immer wichtigeren Unterscheidungsmerkmal für die Branche.